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In den USA spiegelt sich die kollektive Paranoia, in der sich der Westen mit und ohne eigenes Zutun befindet, in einem bunten Terrorwarncode. Dieser Karneval der Angst unterscheidet fünf Stufen, beginnend mit einem wenig gefährdeten Leben, das einer fernen Vergangenheit anzugehören scheint, und endend in grausamen Katastrophenszenarien, die Hollywood in schöner Regelmäßigkeit wie Bannflüche aussendet, um des Bösen Herr zu werden, das überall auf uns lauert. Grün, blau, gelb, orange und rot heißt das neue Leitsystem, mit dessen Hilfe das nach dem 11. September gegründete Department of Homeland Security die vom Terror bedrohte Menschheit sicheren Schritts durch George W. Buschs texanische Version der Göttliche Komödie geleiten möchte. Dass wir sämtlich durch Höllen und Vorhöllen wandeln, steht für die Paranoia-Strategen felsenfest, die aus unserer kollektiven Angst politischen und ökonomischen Profit schlagen wollen. Für sie erweist sich der neue Terrorwarncode als schlauer Schachzug: Kommunikation funktioniert nun mal am reibungslosesten, wenn sie ikonische Gestalt annimmt. Farben sagen mehr als tausend Worte und sagen es rascher. Sie schließen Angsträume auf, in die sich der „Massenmensch“ auf individuelle Weise flüchtet.